Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD, AGS:

Für eine soziale, nachhaltige und ökologische Wirtschaft

AGS: Rentenreform für alle Erwerbstätigen!

Veröffentlicht am 10.05.2026 in Bundespolitik

Pressemitteilung

Berlin, 10.05.2026

SPD-AGS fordert Rentenreform für alle Erwerbstätigen:

„Der Sozialstaat darf nicht dauerhaft zulasten von Arbeit und Mittelstand finanziert werden“

Berlin, 11. Mai 2026 – Die Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD (AGS) fordert angesichts des bevorstehenden Berichts der Rentenkommission eine grundlegende Modernisierung der Altersvorsorge. Aus Sicht der AGS kann die langfristige Stabilität des Sozialstaats nur gelingen, wenn die Finanzierung breiter organisiert und Arbeit sowie Beschäftigung spürbar entlastet werden. 

Die Sozialversicherungssysteme stehen unter enormem Druck. Wenn wir ihre Stabilität sichern wollen, dürfen steigende Kosten nicht immer weiter einseitig auf Beschäftigte, Unternehmen und den Mittelstand verlagert werden“, erklären die AGS-Bundesvorsitzenden Ralph Weinbrecht und Renate Kürzdörfer. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen spüren steigende Sozialabgaben unmittelbar – bei Neueinstellungen, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit.“

Die AGS spricht sich deshalb dafür aus, die Altersvorsorge schrittweise auf eine breitere gesellschaftliche Grundlage zu stellen. Künftig müssten alle Erwerbstätigen stärker Verantwortung für die Finanzierung des Systems übernehmen. Dazu zählen aus Sicht der AGS neben Selbständigen auch Beamte und Abgeordnete. Länder wie Österreich oder Spanien zeigten, dass breiter organisierte Alterssicherungssysteme leistungsfähig und solidarisch funktionieren können.  

Zugleich fordert die AGS, die gesetzliche Rentenversicherung konsequent von versicherungsfremden Leistungen zu entlasten. Diese müssten vollständig aus Steuermitteln finanziert werden, statt dauerhaft die Beitragszahler zu belasten. Würde der Bund diese Aufgaben vollständig übernehmen, könnten die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung spürbar sinken.  

Besondere Aufmerksamkeit richtet die AGS auf die Situation vieler kleiner Selbständiger und Unternehmerinnen und Unternehmer mit unregelmäßigen Einkommen und lückenhafter Altersabsicherung. Die seit Jahren diskutierte Altersvorsorgepflicht für Selbständige müsse deshalb endlich umgesetzt werden – allerdings mit realistischen Übergängen und unter Berücksichtigung unternehmerischer Lebensrealitäten.  

Darüber hinaus fordert die AGS:

  •  eine stärkere Orientierung der Rentenberechnung an tatsächlichen Beitragsjahren
  •  eine Stärkung betrieblicher und privater Vorsorge
  •  sowie eine langfristige Harmonisierung der unterschiedlichen Alterssicherungssysteme.  

Ein Sozialstaat bleibt nur stark, wenn seine Finanzierung wirtschaftlich tragfähig bleibt“, betont Weinbrecht. „Wer Arbeit und Beschäftigung dauerhaft überlastet, gefährdet am Ende genau die Grundlage unseres Sozialstaats.“

Die AGS fordert deshalb eine offene Reformdebatte über die Zukunft der Sozialversicherungssysteme. Ziel müsse ein moderner Sozialstaat sein, der Solidarität sichert, Leistung anerkennt und wirtschaftliche Leistungskraft nicht schwächt.

„Die Zukunft des Sozialstaats entscheidet sich nicht daran, ob wir Reformen vermeiden“, erklärt Kürzdörfer. „Sie entscheidet sich daran, ob wir den Mut haben, Solidarität, wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftlichen Zusammenhalt gemeinsam weiterzuentwickeln.“