Migranten kein Verlustgeschäft!
ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer distanziert sich von Zahlenspielen um Migration
In einer Presseerklärung der Holzmann Medien fordert Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer ein humanitäres Bleiberecht für Flüchtlinge, die sich im Handwerk ausbilden lassen. „Das sind wir unserer Geschichte schuldig“, sagt der ZDH-Präsident im Interview in der neuen Februar-Ausgabe von ‚handwerk magazin‘.
Zur Frage ob Migranten ein gesellschaftliches Verlustgeschäft sind oder nicht, antwortet Wollseifer: „Es ist nicht angemessen, die Lebensleistung in Euro aufzurechnen. Das führt nur zu einer Diskussion über Humankapital. Stattdessen müssen wir versuchen, Zuwanderer und Flüchtlinge sprachlich und beruflich zu qualifizieren und erfolgreich zu integrieren. Wenn sie Asylrecht bekommen, können sie unsere Wirtschaft unterstützen. Wir müssen künftig Wachstum generieren, um den Wohlstand zu erhalten. Und die demografische Entwicklung zeigt die Dringlichkeit meiner Aussage. Wir brauchen Fachkräfte, und das ist vielleicht ein Teil der Lösung, die wir benötigen.“
Wollseifer äußert sich auch zu Protestbewegungen, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aussprechen: „Es gibt einige Menschen, die diese Flüchtlinge schnell zurückschicken wollen. Aber wir haben hier eine gesellschaftliche Verantwortung. Auch aufgrund unserer Geschichte sind wir diejenigen, die diesen Menschen helfen müssen. Das ist ein Teil der Völkerverständigung, eine humanitäre Aufgabe, die wir angehen müssen.
Der Hintergrund liefert eine breite Initiative des Handwerks um die Ausbildung von Migranten. Wollseifer weiter: „Umfragen der Kammern belegen: Das Handwerk ist bereit zu helfen und die vielen jungen Leute, die aus Kriegsgebieten kommen und teilweise traumatisiert sind, die allein geflüchteten Kinder, auszubilden. Die Betriebe müssen aber sicher sein können, dass kein Auszubildender abgeschoben wird. Hier muss die Politik mitwirken. Wir möchten ein humanitäres Bleiberecht: für die Zeit der Ausbildung plus zwei Jahre. Dann wären die Betriebe zusätzlich motiviert, da sie nach der Ausbildung noch ein bis zwei Jahre über gute Fachkräfte verfügen. Danach können diese gut ausgebildeten Menschen in ihrem Land beim Aufbau mithelfen. Oder sie bleiben hier und der deutschen Wirtschaft erhalten. Wir können sie sehr gut gebrauchen.“
Quelle:Handwerk magazin
Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Februar-Ausgabe von ‚handwerk magazin‘.