Sparkassenverband stellt „Diagnose Mittelstand 2015“ vor.
Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Das stärkt die Eigenkapitalquote der Unternehmen. Aber es zeugt auch von wenig Optimismus für die Zukunft. Es herrsche „erhebliche Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, so Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon bei der Vorstellung der Studie.
Fazit der AGSNRW: Die erstellte Diagnose wird als hilfreich begrüßt, ist aber unvollständig Auch ein Therapievorschlag fehlt.
Berlin, 13.1.2015: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) stellt seine jährliche „Diagnose Mittelstand“ vor. „Die „Diagnose Mittelstand“ widmet sich jährlich der wirtschaftlichen Situation und Zukunft der 3,7 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Für die Publikation werden zum einen die Bilanzkennzahlen der Firmenkunden von Sparkassen ausgewertet. Zum anderen beruht sie auf einer Expertenbefragung, bei der die Firmenkundenberater der Sparkassen Auskunft über die aktuelle Geschäftslage ihrer mittelständischen Firmenkunden geben. Im Fokus der Studie steht in diesem Jahr das Thema Finanzierung im Mittelstand“ (aus der Studie).
Um eine Diagnose zu stellen, wertet der DSGV ca. 250 000 Bilanzen aus. Demnach planten im Jahr 2013 nur noch 19,7 Prozent der Unternehmen, in den folgenden zwölf Monaten Geld in ihre Expansion zu stecken. Das ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2010. In 2012wollten sich noch 27,5 Prozent der mittelständischen Betriebe vergrößern. Schlussfolgerung von Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon bei der Vorstellung der Ergebnisse: „Wir müssen erkennen, dass sich der Investitionsstau bei den Unternehmen bislang nicht aufgelöst hat“. In den Unternehmen herrsche „erhebliche Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung“. Fahrenschon´s Diagnose: Die niedrige Investitionsbereitschaft sei mit der großen Unsicherheit wegen der kritischen Lage im Ukraine-Russland-Konflikt und im Nahen Osten zu erklären.
Eine Bewertung der Mittelstandspolitik der Bundesregierung fehlt in der Diagnose des DSGV. Dabei ist sie das bestimmende Element für die Zukunftsaussichten von KMU´s. Es fehlt auch eine Therapie zur Diagnose. Die AGS hätte da einen Vorschlag: Den Sonntagsreden zur Förderung von KMU´s Taten folgen lassen, anstatt die Unternehmen immer mehr mit bürokratischen Vorgaben zu belasten.
Bemerkenswerte Erkenntnis der Studie ist auch, dass die Eigenkapitalquote Kleinunternehmen (=17,2%) denen von Mittelständlern (=24,9%) und Großunternehmen (=31,5%) stark hinterherhinkt. Dem steht aber keine im Vergleich stärkere Investitionsbereitschaft gegenüber. Womit auch sollten Kleinunternehmen den Optimismus begründen, mehr Investitionen zu tätigen?
Link zur "Diagnose Mittelstand" des DSGV