Pflichtversicherung für Selbständige?

Soziales

Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung? Aber gerne!

Seit vielen Jahren setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der NRWSPD (AGSNRW) für die soziale Absicherung Selbständiger ein.

Die Überlegung, Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen, findet unsere  Zustimmung. Aber...

Wir lehnen aber Überlegungen ab, wie auf diese Weise von den kleinen und mittleren Selbständigen möglichst viel Geld zur Sanierung der Rentenkassen abzuschöpfen ist! Wir möchten Partner auf Augenhöhe sein und mit dem Eintritt in das gesetzliche Rentenversicherungssystem mit Arbeitnehmern vergleichbare Bedingungen erhalten. Alles andere wäre unsozial und ungerecht!

Daher fordern wir:

  • Fairness: die Beitragserhebung muss auf das reale Einkommen des Selbständigen erfolgen.
    Eine Beitragserhebung auf Grundlage eines "fiktives Mindesteinkommens", wie es nach wie vor bei den Krankenversicherung gehandhabt wird, ist unfair!
    Die Beitragssätze in der GKV gehen von einem Mindesteinkommen von 1.452,50 €/Monat aus - mehr, als viele Selbständige verdienen. Beim aktuellen Beitragssatz von 14% und einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1% entspricht dies 219,33 € als KV-Beitrag, ohne Anspruch auf Krankengeld. Bei einem Monatseinkommen von 900 € entspricht das einem Beitragssatz von 24,5%!
     
  • Anerkennung von Eigenleistungen: Wer bereits hinreichend über eine private Rentenversicherung oder ein Versorgungswerk abgesichert ist, muss von der Pflicht zur Rentenversicherung ausgenommen sein

 

 

Mit „Selbständigkeit" verbinden leider immer noch einige Menschen: Oberklassen-Autos, hohes Einkommen und fette Spesenabrechnungen. Dieses Bild ist nicht real und entspricht  auch nicht dem Selbstbild der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD.

Es gibt - leider! - bereits den Begriff der "prekären Selbständigkeit". Gerade Klein- und Kleinstunternehmer brauchen eine wirksame Lobby, vergleichbar mit z.B. den Gewerkschaften.

Daher vertreten wir, die AGS, ihre Interessen.

Kleine und mittlere Unternehmen erwirtschaften in NRW 85% der Wirtschaftsleistung.

Diese Leistungsfähigkeit muss erhalten bleiben!