Ausgerechnet die CSU - die (vorgebliche) Partei der kleinen Leute -hat entdeckt, daß es in ihren Reihen (und vielleicht auch bei ihren Wählern) Menschen gibt, die jahrzehntelang ohne Rücksicht auf tarifliche Arbeitszeiten malocht haben (auch wenn dieser Begriff in Bayern eher unbekannt sein dürfte) und gleichzeitig soviel in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, daß sie nicht erst mit 65 oder mehr Lebensjahren in den verdienten Ruhestand gehen wollen.
Gemeint sind hier all diejenigen Selbständigen, die immer den Mindestbeitrag in die Rentenkasse eingezahlt haben (einschließlich mindestens 18 Jahren Pflichtbeitragszeit als Arbeitnehmer), also z.B. Handwerker, die sich nach Lehre, Gesellenzeit, Meisterschule und ein paar Jahren als Arbeitnehmer selbständig gemacht haben.
In der letzten Phase der Beratungen zum Rentenpaket in der GroKo hat nicht etwa die SPD, sondern eben die CSU Druck gemacht, um auch Bevölkerungsgruppe an der abschlagsfreien Rente mit 63 teilnehmen zu lassen (obwohl diese Partei im Grunde ihrer schwarzen Herzen ja gegen diese Regelung ist):
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/csu-vorstoss-zur-rente-mit-paradoxe-intervention-1.1953121
Und siehe da: sie wurden erhört.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/selbstaendige-noch-mehr-fruehrentner-ab-1.1978331
Wieder einmal ein Beleg für die politische Grundhaltung einiger unserer Genoss(inn)en im Arbeitsministerium und in der BT-Fraktion: die Interessen der Selbständigen wurden in diesem Fall von anderen vertreten, natürlich auch von der AGS. Anscheinend passen Selbständige und SPD nach Auffassung einiger unser "Spitzen"-Genoss(inn)en immer noch nicht zusammen.
Jürgen Brinkamp Vorstandsmitglied AGSNRW