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AGS: PM zu Ausländischen Studien- und Berufsabschlüssen

Veröffentlicht am 24.03.2022 in Europa

Die Situation der Flüchtlinge aus der Ukraine möchte die AGS verbesssern.

Die Situation der Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland möchte die AGS verbessern. Insbesondere der Zugang

zur Berufswelt als Teil der Integration und Chance, den Fachkräftemangel bei uns zu reduzieren, das ist unser Ziel!

Ralph Weinbrecht, Vorsitzender der Bundes- AGS

18.03.2022 Pressemitteilung der AGS:

Anerkennung von ausländischen Studien- und Berufsabschlüssen

Antrag

  1. Im Zuge der Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen in Deutschland sollen und werden die zuständigen Behörden vorrangig und großzügig die Anerkennung von Studien- und Berufsabschlüssen prüfen und zügig darüber entscheiden. 
  2. Gleichzeitig müssen zielgerichtete Weiterbildungsangebote entwickelt werden, damit geringfügige Defizite nicht zu einem Hindernis bei der Aufnahme einer Berufstätigkeit werden. 
  3. Mangelhafte oder fehlende deutsche Sprachkenntnisse können in bestimmten Berufen durch ausreichendes Englisch als Brücke ersetzt werden. Die Deutschkenntnisse sollen aber in allen Berufen arbeitsbegleitend so schnell wie möglich erworben und auf B2-Niveau gebracht werden.
  4. Dieses Vorgehen muss schrittweise ausgeweitet werden auf Verfahren, die generell die Prüfung und Anerkennung ausländischer Studien- und Berufsabschlüsse beschleunigen.
  5. Es muss darauf hinarbeitet werden, mit Hilfe von fachgerechten Fort- und Weiterbildungen die Qualifizierung von hier ansässigen Migranten gezielt zu erhöhen. 
  6. In Berufen, die die Sicherheit und Gesundheit von Menschen betreffen (bspw. Elektriker, Krankenschwestern uvam) ist eine zeitnahe, eintägige praktische Prüfung durch Fachleute von Kammern und Verbänden durchzuführen.

 

Begründung:

Niemand kann derzeit sagen, wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine kommen und wie lange sie bleiben werden. Klar ist, sie haben einen Anspruch auf einen Aufenthaltstitel und dürfen auch eine Arbeit aufnehmen.

Die Erfahrungen mit der Ankunft von Flüchtlingen im Jahr 2015 zeigen, dass die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit das Ankommen hier im Land erheblich erleichtert – für alle Seiten. Nun kommt hinzu, dass nach allen vorliegenden Informationen die Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen, über einen vergleichsweise hohen Ausbildungsstand verfügen. Dieses Potential sollte nicht ungenutzt bleiben, nur weil es an der behördlichen Anerkennung von erworbenen Qualifikationen fehlt. 

Nur mit vergleichbaren Qualifikationen sind auch vergleichbare Lohn- und Gehaltseinstufungen möglich.

Dieses Vorgehen kann auch zum Anlass genommen werden, die bisherige Praxis der Anerkennung von ausländischen Studien- und Berufsabschlüssen zu überprüfen. Es gibt viel zu viele Menschen mit Migrationshintergrund bei uns im Lande, die ihre im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen nicht nutzen können. Das ist nicht nur vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels nicht hinzunehmen, es hindert auch viele Menschen daran, sich entsprechend ihrer Potenziale entfalten zu können. 

Für eine ausreichende Betreuung und Beschulung von Kindern ist parallel zu sorgen.

Dr. Dieter Falk, Antrag vom Bundesvorstand der AGS übernommen.