Ausbildungskonsens in NRW

Schule und Bildung

NRW- Schulpflicht wird nicht verlängert! Ersatz: Schulbesuchsberechtigung

Wirtschaft und Gewerkschaften fordern eine  Erweiterung der Schulpflicht für volljährige Geflüchtete, um deren Chancen  bei Bildungsabschlüssen zu verbessern.

Diese Forderung wurde nun von Ministerin Löhrmann abgelehnt. Ersatzweise will die MInisterin eine Schulbesuchsberechtigung für 18- bis 25-jährige Geflüchtete schaffen.

 

Dazu ein Bericht im WHKT Report 12/2016:

Spitzengespräch Ausbildungskonsens am 07.12.2016

Das Handwerk konnte im Spitzengespräch in der Staatskanzlei berichten, dass die eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zum 30. September um 99 gestiegen sind, und zwar auf nur 28.951. Dies hat die Auswer- tung der Zahlen ergeben, die alle sieben Handwerkskammern an IT NRW für die Bundesstatistik für den Erhe - bungszeitraum 01.10.15 bis 30.09.16 gemeldet haben. Gleichzeitig herrschen in vielen Betrieben große Nach- wuchssorgen, weil sich für ihre Berufe zu wenige Jugendliche interessieren.

Das Instrument der »regionalen Handlungspläne« im Ausbildungskonsens hat sich bewährt, gerade weil die Ausbildungssituation im Land sehr heterogen ist. Folgerichtig war der Beschluss der Spitzenvertreter des Ausbildungskonsenses, auch für das Jahr 2017 die regionalen Handlungspläne fortzuschreiben.

Aufgrund der Erwartungshaltung und der konkreten Forderung von Wirtschaft, Gewerkschaften und freien Berufen aus dem Frühjahr 2016 zur Erweiterung der Schulpflicht für volljährige Geflüchtete hat sich das Schulministerium bewegt. Ministerin Löhrmann lehnt eine Ausdehnung der Verpflichtung zum Schulbesuch ab, schafft aber eine Schulbesuchsberechtigung für 18- bis 25-jährige Geflüchtete mit dem Hinweis, dass die Plätze an Berufskollegs und Weiterbildungskollegs nicht gedeckelt sind, sondern jeder einen Schulplatz erhalten soll, der ihn braucht. Konkret bedeutet dies, dass flächendeckend die Berufskollegs einjährige Vorklassen zur internationalen Förderklasse einrichten, die laufend Geflüchtete bis zum Alter von 25 Jahren aufnehmen können. Zudem werden die 47 Weiterbildungskollegs (Abendrealschulen, Abendgymnasien, die auch tagsüber unterrichten) eigene Vorkurse und danach weiterführende Bildungsgänge zum Erwerb eines Schulabschlusses für Geflüchtete einrichten. Als ersten Schritt begrüßten dies die Konsenspartner. Gleichwohl ging es ihnen längst nicht weit genug, weil damit kein volljähriger Geflüchteter automatisch (wie Schulpflichtige) in das Schulsystem integriert werden, um die notwendige Grundbildung für einen Anschluss an das Bildungssystem in Deutschland zu erhalten. Inwieweit es gelingen wird, auch nicht SGB-II-Empfänger, also Geflüchtete, die noch kein Asyl erhalten haben, über die Bildungsvereinbarung – laut Integrationsplan NRW – in dieses Angebot zu leiten, wird das kommende Jahr zeigen.