AGS: Selbständige in der SPD

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Handwerk und Politik

Veröffentlicht am 02.03.2022 in Arbeit und Wirtschaft

Was das Handwerk von der Politik erwartet... 

Zur Landtagswahl 2022 in NRW hat handwerk.nrw Erwartungen an die zukünftige Landesregierung formuliert. Diese Erwartungen sind weitesgehend auch auf andere Bundesländer übertragbar und werden von der AGS unterstützt.

handwerk.nrw: Erwartungen zur Landtagswahl NRW 2022

In einem Beschluss des NRW- Handwerks vom 18.1.2022 hat der NRW- Handwerksrat die landespolitischen Erwartungen des Handwerks verabschiedet. Unter dem Titel „Nachhaltigkeit, Bildung, Wachstum!“ geht es um Forderungen für die Zeit der nächsten Landtags- Periode.

Link:  (Vollständiges Papier von handwerk.nrw)

Nachhaltigkeit, Bildung, Wachstum! 

Erwartungen des nordrhein-westfälischen Handwerks an den Landtag in der 18. Wahlperiode 2022 – 2027 

Das nordrhein-westfälische Handwerk ist mit seinen 195.000 mittelständisch geprägten Betrieben, seinen 1,2 Mio. Beschäftigten und seinen 80.000 Auszubildenden ein starker und unverzichtbarer Partner für mehr Nachhaltigkeit, für bessere Bildung und für höheres Wachstum in Nordrhein-Westfalen. Wir arbeiten daran mit, dass Nordrhein-Westfalen seine Zukunft selbstbewusst in die Hand nimmt und Im- pulsgeber für Reformen und Innovationen wird. Dazu hat der NRW-Handwerksrat am 18.11.2021 einen ausführlichen Beschluss gefasst, der auf unserer Internetseite www.handwerk.nrw zum Download bereitsteht. Kurz und knapp kommt es dem Handwerk in Nordrhein-Westfalen auf folgende Punkte an: 

 

Nachhaltigkeit, Bildung, Wachstum! 

Erwartungen des nordrhein-westfälischen Handwerks an den Landtag in der 18. Wahlperiode 2022 – 2027 

1. 

Nachhaltigkeit lässt sich nur mit dem Handwerk erreichen! 

  • Das Handwerk muss in alle politischen Initiativen zur Klimapolitik, zur Mobilitätspolitik, zur Kreislaufwirtschaft oder zur Klima- folgenanpassung einbezogen werden, denn es kommt auf die konkrete Umsetzung der ambitionierten Ziele an. 
  • Wir müssen in allen Sektoren auf wettbewerbliche Lösungen für Energie- und Klimatechnik setzen und Anschluss- und Benut- zungszwänge für die Verbraucher vermeiden.
  • Der Grundsatz der Technologieoffenheit muss bei allen Vorga- ben und Förderstrukturen beachtet werden. 

2. 

Wir müssen die Ausbildungsreife junger Menschen steigern! 

  • Schulabgängerinnen und Schulabgänger müssen besser auf Ausbildung und Arbeitswelt vorbereitet werden – im Hinblick auf sprachliche Fähigkeiten, Medienkompetenz, mathematisch- technische Bildung und ökonomische Bildung. 
  • Wir müssen eine ergebnisoffene und praxisnahe Berufliche Orientierung an allen Schulformen etablieren. 
  •  Wir müssen die systematische Berufliche Orientierung durch das Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ausbauen und stärken. 

3. 

Wir müssen die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer 

Bildung erreichen – zur Sicherung der Fachkräfte für morgen! 

 

  • Die Duale Berufsbildung muss attraktiver werden und mehr Wertschätzung erfahren – zum Beispiel durch Veränderungen im öffentlichen Tarifrecht, beim Azubi-Ticket, beim Azubi- Wohnen sowie der Förderung der Aufstiegsfortbildung. 
  • Die Bildungszentren des Handwerks müssen gesichert und gestärkt werden.
    Wir brauchen eine kritische Evaluierung des Berufskollegsystems, damit die Berufskollegs als Partner und nicht als Konkurrent der dualen Ausbildung gestärkt werden. 

4. 

Wir müssen Innovation und Digitalisierung voranbringen! 

  • Wir müssen überall im Land den Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur vorantreiben. 
  • Wir müssen in einer digitalisierten Wirtschaft faire Wettbe- werbsbedingungen für Handwerk und Mittelstand sicherstellen. 
  • Wir brauchen eine niedrigschwellige Digitalprämie für kleine Be- triebe, damit auch diese den Anschluss an Zukunftstechnologien finden. 

5. 

Wir müssen neues Wachstum am Standort NRW ermöglichen! 

  • Wir müssen Gewerbeflächen für das Handwerk sichern und bereitstellen!
  • Mobilitätspolitik muss dafür sorgen, dass auch der Wirtschaftsverkehr fließt – durch Modernisierung der Infrastruktur, durch Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger und durch Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung.           
  • Wir müssen die Standortpolitik so ausrichten, dass Lieferketten kürzer, stabiler und flexibler werden. 

6. 

Wir müssen den Mittelstand stärken! 

  • Mittelständische Unternehmen brauchen ein Belastungsmora- torium für Steuern, Abgaben und Auflagen aller Art. 
  • Nordrhein-Westfalen muss den im Ländervergleich höchsten Hebesatz für die Grunderwerbsteuer spürbar reduzieren. 
  • Wir müssen die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen auf den Märkten des Handwerks wirksam beschränken. 

7. 

Wir müssen Bürokratie vermeiden und reduzieren! 

  • Die Entbürokratisierung des Landesrechts muss unter syste- matischer Einbindung der Clearingstelle Mittelstand fortgesetzt werden.
  • Wir müssen die Digitalisierung der Landesverwaltung vorantrei- ben, damit Dokumentationspflichten reduziert werden und Ge- nehmigungsverfahren aller Art beschleunigt werden.    
  • NRW braucht eine unbürokratische, flächenbezogene Lösung für die Erhebung der Grundsteuer. 

8. 

NRW muss stark und selbstbewusst in Brüssel und Berlin auftreten! 

  • NRW muss die Interessen des Wirtschaftsstandorts insgesamt und insbesondere die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen konsequent in Brüssel vertreten. 
  • NRW muss sich im Bund konsequent für ein attraktives und un- kompliziertes Unternehmenssteuerrecht einsetzen. 
  • NRW muss in der Europa- und Bundespolitik das Subsidiaritätsprinzip zur Stärkung dezentraler Einheiten  Wir müssen die Digitalisierung der Landesverwaltung vorantreiben, damit Dokumentationspflichten reduziert werden und Ge- nehmigungsverfahren aller Art beschleunigt werden.