Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD, AGS:

Für eine soziale, nachhaltige und ökologische Wirtschaft

Treffpunkt Handwerk

Veröffentlicht am 19.05.2014 in Veranstaltungen

Das Handwerk feiert 1000 neue Meisterinnen und Meister.

Ehrengast EU-Kommissar Öttinger fordert Freizügigkeit auf dem EU-Arbeitsmarkt: Ein Affront gegen das Handwerk?    

                                                                                                                                    Düsseldorf, Congress-Center, 18.5.2014: Das Handwerk und seine Gäste trafen sich zur 65. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf im Congresszentrum auf dem Düsseldorfer Messegelände. Dort galt es, mehr als 1000 Meisterinnen und Meister des Prüfungs-Jahrgangs 2013 im Kammerbezirk Düsseldorf zu ehren.

Ehrengast war dieses Jahr EU-Kommissar Günther Öttinger. Der sprach in seiner Rede Klartext. Es wurde ein Text, der beim Handwerk zu Iritation führen kann.                                 

Andreas Ehlert, neuer Kammerpräsident und somit Nachfolger des verstorbenen Georg Schulhoff, eröffnete die Veranstaltung mit einem gelungenen Vortrag.   

Nach der Begrüßung der Ehrengäste stellte er die Jung-Meisterinnen und Meister des Jahrgangs 2014 in den Mittelpunkt, gratulierte und dankte auch den Familien für die notwendigerweise gegebeneUnterstützung.                                                                        

Die oft gestellte Frage: „Wie geht es dem Handwerk?“ beantwortete er mit: "Im Großen und Ganzen: Gut!“. Das gute Arbeit auch gute Rahmenbedingungen brauche, machte Ehlert am Beispiel “Energie“ mit drei Forderungen fest: Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Besonders wies der Kammer-Präsident auf die unzureichende energetische Gebäudesanierung hin, die mehr Förderung brauche.                                                          

Ein zweites Schwerpunkt-Thema war die Diskussion um den Wert des Meister-Briefes, befeuert durch aktuelle EU-Politik. Teile der EU vertreten nämlich die Meinung, der Meisterbrief behindere den freien Wettbewerb. Ehlert sieht darin einen Frontal-Angriff auf das deutsche Berufsbildungssystem. Er richtete deshalb einen flammenden Appell zu Gunsten eines qualifikationsgebundenen Berufszugangs.  

Dank richtete Andreas Ehlert an die Parteien des NRW-Landtages, die, wie Bundestag und Bundesrat, dem deutsche Handwerk Unterstützung bei diesem Problem zugesagt haben.

In einem Grußwort gratulierte Dirk Elbers, Oberbürgermeister von Düsseldorf den Meisterausbildungs- AbsolventInnen und dankte dem Handwerk für Arbeits- und Ausbildungsplätze in Düsseldorf. Elbers stellte das Vergabevolumen der Stadt Düsseldorf an das örtliche Handwerk heraus und mahnte die Notwendigkeit ausgeglichener Haushalte an.

Festredner der 65. Meisterfeier war Günther H. Oettinger, Kommissar für Energie der Europäischen Kommission. Er sieht als Deutschlands Stärke die Realwirtschaft, als größte Schwäche die Altersstruktur. Beim Fachkräftemangel stehe das Handwerk in Konkurrenz zur übrigen Wirtschaft. Deshalb sei Zuwanderung notwendig.    

Ein weiteres Kapitel seiner Rede widmete Öttinger Europa. Die EU sei eine Friedensunion, eine Werte-Union und ein gemeinsamer Binnenmarkt, die EU müsse aber sinnvoll weiter entwickelt werden. Den Binnenmarkt gebe es ganz oder gar nicht. Handwerker aus dem Ausland wollen auch in Deutschland arbeiten können. Deshalb seien faire Zugangsvoraussetzungen nötig. Öttinger forderte Freizügigkeit auf dem EU-Arbeitsmarkt (Eine Forderung, die das Handwerk und die deutschen Verbraucher wohl so  teilen können). Seinen Vortrag schloss Öttinger mit der Forderung nach EU-weiter gemeinsamer Aufstellung zur Energie-Sicherung. Keine Kohle, kein Atomstrom, keine Windkraft und kein neues Leitungsnetz: Diese Forderungen seien schizophren. Für mehr Energie- Effizienz und neue Speicher seien neue, intelligente Lösungen gefragt, wie auch ein  EEG mit Maß und Ziel.    

Es folgte die Ausgabe der Meisterbriefe an 21 Jahrgangsbeste durch Kammerpräsidenten Ehlers und Günther Öttinger. einem Schlusswort ging der Kammerpräsident auf die Forderung Öttingers auf Freizügigkeit auf dem EU-Arbeitsmarkt ein, in dem er Mitarbeit an vernünftigen Lösungen des Zugangs mitarbeiten zusagte.

Danach galt: feiern, feiern, feiern!

 

Dazu Pressemitteilungen der Handwerkskammer Düsseldorf:

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