Gedenken und Abschied

Veranstaltungen


v.li.n.r:Dr. Papke, Konsul Szegner, Staatssekretär Steiner

Düsseldorf, 22.10.2019

 

Anlässlich des ungarischen Nationalfeiertags und der Verabschiedung des Generalkonsuls Balázs Szegner luden der Generalkonsul und Dr. Gerhard Papke als Präsident der Deutsch- Ungarischen Gesellschaft zu einem Festakt in das Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf. 

Gedacht wurde auf dieser Veranstaltung sowohl des Volksaufstandes der Ungarn 1956 gegen die Sowjetische Besatzungsmacht als auch der Grenzöffnung 1989.

Mit Generalkonsul Szegner verliert die AGS einen kompetenten Gesprächspartner. 

 

Unser Ziel ist es, die Gespräche über gemeinsam interessierende Themen mit seinem Nachfolger/seiner Nachfolgerin fortzusetzen.

Generalkonsul Szegner hatte das Amt des Generalkonsuls seit Januar 2015 inne. Auch wenn es berechtigte Kritik an der ungarischen Regierung gibt, so war es uns immer ein Anliegen, Gespräche und Austausch zu pflegen, insbesondere zu wirtschaftspolitischen Themen. Das war insofern besonders interessant, weil Konsul Szegner nicht aus dem Beamtenapparat, sondern aus der Finanzwirtschaft kommt. 

Balázs Szegner hatte am 12. Juli 2018 das Amt der Doyens des Landes NRW  übernommen. Als Doyen war Herr Generalkonsul Szegner der Sprecher und Vertreter des Konsularischen Korps bei feierlichen Anlässen und vertrat dieses bei dem Landesparlament, -regierung und –institutionen. In NRW gibt es mit rund 100 konsularischen und diplomatischen Vertretungen eines der größten Konsularkorps unter den deutschen Bundesländern.

Den Festakt  am 22.10. eröffnete Generalkonsul Szegner mit der Begrüßung der Gäste, so Dr. Gerhard Papke, Präsident der Deutsch- Ungarischen Gesellschaft, Jürgen Mathies, Staatssekretär im Ministerium des Inneren in NRW,  Jakub Wawrzyniak, dem Doyen des Konsularischen Korps in NRW  und Attila Steiner, Staatssekretär für EU- Angelegenheiten im Justizministerium von Ungarn.

In den Grußworten der genannten Gäste wurde des Volksaufstandes der Ungarn im Oktober 1956 und der Niederschlagung durch die Sowjetischen Truppen ebenso gedacht wie der Grenzöffnung am 19.8.1989 bei Sopron und dem damit eingeleiteten Zusammenbruch des „Eisernen Vorhangs“. Alle  deutschen Redner hoben in Wortbeiträgen den tiefen Dank Deutschlands an Ungarn für dessen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands hervor. Dr. Papke kritisierte den deutschen Blick auf Ungarn, Jürgen Mathies mahnte, die Europäischen Werte zu erhalten, und Staatssekretär Steiner warb darum, sich auf Verbindendes, nicht auf Trennendes zu konzentrieren und sich mit gegenseitigem Respekt zu begegnen.

Die Zusammenhänge zwischen Volksaufstand und Beitrag zur Wiedervereinigung waren Thema eines Podiumsgesprächs , an dem auch ein Veteran der Ungarischen Revolution 1956,  Herr Kálmán Sovári-Soós als engagierter Zeitzeuge teilnahm. 

Generalkonsul Szegner verlieh im Rahmen des Festaktes den Ungarischen Verdienstorden an Persönlichkeiten, die sich um den Zusammenhalt der großen ungarischen Gemeinde in NRW verdient gemacht haben. 

Zu seiner anschließenden Verabschiedung gab es viel Lob für seine Arbeit in NRW und als Erinnerung eine Gruben-Lampe, die bei Gefahr die Bergleute warnen sollte. Sicherlich ein Symbol-trächtiges Geschenk, wenn man an die Belastung des deutsch- ungarischen Verhältnisses denkt. Ein reger Austausch mit ungarischen Partnern kann zumindest für mehr gegenseitiges Verständnis sorgen. 

Der dem Festakt folgende Empfang gab Gelegenheit, sich mit den Gästen auszutauschen, z.B. mit einem sehr geschätzen Partner: Dr. Günther Horzetzky, früher Staatssekretär im NRW- Wirtschaftsministerium.